|
Das
war... der Papiersinfonie-Adventskalender

Nun
konnten Sie also 24 Tage lang einen Nikolaus mit einer Nummer anklicken
und ich habe Ihnen 24 Tage lang ein kleines Zitat, einen Ausschnitt, manchmal auch nur eine Zeile aus
einem Gedicht oder Lied oder aus einem der Bücher, die für mich von
jeher eine große Bedeutung hatten und immer noch haben, präsentiert. Und
nun ist Weihnachten vorbei...
Ergo? Ich habe den Weihnachtsmann entzündet. Garstig, nicht wahr? Aber
die Zitate bleiben Ihnen noch eine Weile erhalten, auch, wenn der
Weihnachtsmann längst abgebrannt ist.
24.
„Glück
ist der Stuhl, der plötzlich dasteht, wenn man sich zwischen zwei andere
setzen wollte.“
(George
Bernard Shaw)
23.
„Ein Stück des Weges zurückzulegen ist nicht dasselbe, wie sich
verlaufen…“
(Jostein
Gaarder)
22.
„Ein jeder Mensch hat seine Geschichte, die es wert ist, gekannt zu
sein.“
(Friedrich
Maximilian Klinger)
21.
„Warten können ist etwas anderes als zögern.“
(Willibrord
Verkade)
20.
„Der Augenblick ist nichts als der wehmütige Punkt zwischen Verlangen
und Erinnern.“
(Robert
Musil)
19.
„Man tötet einen Geschichtenerzähler damit, dass man ihn auf die
Wahrheit verpflichtet. Die Wahrheit bleibt dem Ernst des Erzählenden überlassen.“
(Peter
Bichsel)
18.
„Geschichte ist Dichtung, die stattgefunden hat. Wohingegen Dichtung
Geschichte ist, die hätte stattfinden können.“
(André Gide)
17.
„Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg. Was wir Weg nennen, ist Zögern.“
(Franz Kafka)
16.
“Don’t try to fix me I’m not broken.”
(Evanescence)
15.
„Manchmal ist der Himmel über uns offen.“
(Dieter Stork)
14.
„Ich kann nichts weiter beschreiben als die Wahrheit meiner Existenz.“
(Alfred
Andersch)
13.
“The trick is to keep breathing.”
(Janice Galloway)
12.
“I saw myself sitting in the crotch of this fig tree, starving to death
just because I couldn’t make up my mind which of the figs I would choose.
I wanted each and every one of them, but choosing one meant losing all the
rest, and, as I sat there, unable to decide, the figs began to wrinkle and
go back, and, one by one, they plopped to the ground at my feet.”
(Sylvia Plath, “The Bell Jar”)
11.
„Lebensfreude ist ein Teil der Kür.“
(Herbert Grönemeyer)
10.
„In uns lebt ein verborgenes, unbekanntes Wesen, das eine fremde Sprache
spricht und mit dem wir, früher oder später, ein Gespräch beginnen müssen.“
(François
Taillandier)
9.
„Man muss schonend mit dem Personal umgehen, das in der Komödie spielt,
die sich Leben nennt. Anderes ist schlicht nicht da.“
(Karsten
Mekelburg)
8.
„In einem jeden Zustand ist die Möglichkeit gegenwärtig und insofern
die Angst.“
(Søren
Kierkegaard)
7.
„Eigentlich existiert keine Finsternis an sich. Sie ist nur ein Mangel
an Licht.“
(Jostein
Gaarder, „Sofies Welt“)
6.
„In mein Zimmer zurückgekehrt, entschließe ich mich, an meinen
Aufzeichnungen weiterzuarbeiten, obwohl ich mich nicht, wie gestern
Nachmittag, in jenem Zustand lockerer Spannung befinde, in dem mir das
Schreiben leicht fällt. Ich entdecke vielmehr, dass ich mich an die
Schreibmaschine setze wie vor eine Pflichtaufgabe. Soll ich unter diesen
Umständen das Begonnene überhaupt fortsetzen? Jetzt wäre noch Zeit, es
abzubrechen. Die wenigen Blätter, die ich bis jetzt beschrieben haben,
besagen nichts; ich kann sie zerreißen, in den Papierkorb werfen
(…).“
(Alfred
Andersch, „Efraim“)
5.
“Would you tell me, please, which way I ought to go from here?”
“That depends a good deal on where you want to get to,” said the cat.
“I don’t much care where---” said
Alice
.
“Then it doesn't matter which way you go,” said the
cat.
“---so long as I get somewhere,”
Alice
added
as an explanation.
“Oh, you’re sure to do that,” said the cat, “if
you only walk long enough.”
(Lewis Carroll, “
Alice
in Wonderland”)
4.
“It was not the thorn bending to the honeysuckles but the honeysuckles
embracing the thorn.”
(Emily Brontë, “
Wuthering
Heights
”)
3.
„Man kann ein reales Leben nicht auf eine Zukunftshoffnung bauen.”
(Christa
Wolf)
2.
“But I have promises to keep and miles to go before I sleep.”
(Robert Frost, “Stopping by woods on a snowy evening”)
1.
„Sie hat keine Angst, dass sie leer ausgehen könnte beim Verteilen der
Freundlichkeit.
Sie weiß, dass sie manchmal müde sein wird, manchmal zornig und böse.
Aber sie hat keine Angst.
Das wiegt alles auf: Dass wir uns gewöhnen, ruhig zu schlafen.
Dass wir aus dem Vollen schöpfen, aus gäbe es übergenug von diesem
seltsamen Stoff Leben.
Als könnte er nie zu Ende gehen.“
(Christa
Wolf, „Der geteilte Himmel“)
zurück
|